Rechtsgrundlagen

Empfehlung der Europäischen Kommission

Am 18. Oktober 2011 veröffentlichte die EU-Kommission ihre Empfehlung zur Definition von Nanomaterialien (2011/696/EU):

"Nanomaterial ist ein natürliches, bei Prozessen anfallendes oder hergestelltes Material, das Partikel in ungebundenem Zustand als Aggregat oder als Agglomerat enthält und bei dem mindestens 50 % der Partikel in der Anzahlgrößenverteilung ein oder mehrere Außenmaße im Bereich von 1 nm bis 100 nm haben.“ (2011/696/EU).

Bei Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitserwägungen kann die Anzahlgrößenverteilung durch einen Schwellenwert zwischen 1 und 50 % ersetzt werden. So können bereits chemische Stoffe, die nur zu einem geringen Prozentsatz Partikel unter 100 nm enthalten, unter diese Definition fallen. Darüber hinaus fallen Fullerene, Graphen und CNTs unter 1 nm ebenfalls unter diese Definition.

Die Nanotechnologien entwickeln sich dank enormer Innovationsschübe sehr schnell. Jede technologische Innovation birgt auch unerwartete, möglicherweise nachteilige Konsequenzen. Im Bereich der Nanotechnologien ist klar, dass deren Entwicklung und Anwendung derzeit noch mit Wissenslücken und Unsicherheiten bezüglich der Risiken für Gesundheit und Umwelt verbunden sind. Daher muss in diesem Fall das Vorsorgeprinzip angewandt werden, das mögliche Risiken und Belastungen durch Vorsorge weitestgehend minimiert. Entsprechend werden Standards, Normen und Regeln entwickelt, um die neuen Eigenschaften von Nanomaterialien zu berücksichtigen. Industrieverbände stellen zum Beispiel zusammen mit Behörden freiwillige Verhaltensregeln für einen sicheren Umgang mit Nanomaterialien am Arbeitsplatz auf. Mit der neuen EU-Kosmetikverordnung werden zum ersten Mal Nanomaterialien in Verbraucherprodukten geregelt.

Das Umweltbundesamt stellt in seinem Hintergrundpapier vom Mai 2016 den derzeitigen Wissensstand zu Umweltverhalten und -wirkung von Nanomaterialien dar. Der Bericht adressiert regulierungsübergreifende Aspekte wie die Definition, die Charakterisierung und die Risikobewertung von Nanomaterialien und beschreibt den aktuellen Umgang mit Nanomaterialien in den bestehenden stoffrechtlichen Verfahren sowie den vollzugsspezifischen Anpassungsbedarf.

 

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