Verordnungen

Die erste verbindliche Regelung, die Nanomaterialien betrifft, ist die Neufassung der Kosmetikverordnung der EU, die im März 2009 vom Europäischen Parlament verabschiedet wurde.

  • In der Verordnung wird "Nanomaterial" definiert als ein unlösliches oder biologisch beständiges und absichtlich hergestelltes Material mit einer oder mehreren äußeren Abmessungen oder einer inneren Struktur in einer Größenordnung von 1 bis 100 Nanometern." (Artikel 2)
  • Spezifikationen der verwendeten Nanopartikel und ihr toxikologisches Profil müssen der Europäischen Kommission mitgeteilt werden, (Artikel 16) und
  • "Alle Bestandteile in der Form von Nanomaterialien müssen eindeutig in der Liste der Bestandteile aufgeführt werden. Den Namen dieser Bestandteile muss das Wort "Nano" in Klammern folgen." (Artikel 19)

Novel-Food-Verordnung

In der Novel-Food-Verordnung (EC 258/97) werden gezielt modifizierte und neuartige Lebensmittel und Lebensmittelzutaten erfasst. Vor allem werden dort Lebensmittel und Lebensmittelzutaten geregelt, die durch ein neuartiges Verfahren hergestellt wurden und dadurch in der Zusammensetzung und Struktur wesentlich verändert wurden. Diese Vorschrift erfährt zukünftig eine eindeutige Konkretisierung im Hinblick auf potentielle nanotechnologische Anwendungen. Im Rahmen der Novel-Food-Verordnung muss also ein „Nano-Lebensmittel“ bewertet und zugelassen werden.

REACH und Nanotechnologie

Die REACH-Verordnung der Europäischen Union hat zum Ziel, Chemikalien zu bewerten und aufgrund der Bewertung die Zulassung und/oder Beschränkung potentiell gefährlicher Stoffe zu regeln. Dazu müssen die entsprechenden Chemikalien bis 2018 registriert werden.
Grundsätzlich fallen alle Stoffe, aus denen Nanomaterialien bestehen können unter die REACH-Verordnung (Metalle, Metalloxide, organische Stoffe und andere). Jedoch ist in REACH nicht der physikalische Zustand, z. B. Partikelgröße und die damit verbundenen besonderen Eigenschaften, berücksichtigt. Dennoch sollten laut Europäischer Chemikalienagentur (ECHA) gefährliche Eigenschaften eines Stoffes in Abhängigkeit von der Größe des Partikels identifiziert werden und können zu einer unterschiedlichen Einstufung führen. Allerdings weist die ECHA auch darauf hin, dass es durch die enormen Entwicklungen in der Nanotechnologie in Zukunft einen Bedarf gibt, spezielle Eigenschaften von Nanopartikeln zu berücksichtigen.

Framing Nano, ein von der Europäischen Kommission im 7. Rahmenprogramm (FP7) gefördertes Projekt, hat zum Ziel, einen internationalen Dialog über den sicheren Umgang mit Nanotechnologie anzustoßen, in dem verschiedene Interessengruppen aus Forschung, Wirtschaft und Politik beteiligt sind. Ziel ist außerdem, einen Entwurf für einen Aktionsplan zu formulieren, um einen sicheren Umgang mit Nanotechnologie in der EU zu erreichen.

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